Es wurde eine Methode zur Analyse von Spuren von Odoranten in typischen Trägermaterialien an Gasexplosionsorten mittels Headspace-Festphasenmikroextraktion/Gaschromatographie-Massenspektrometrie (HS-SPME/GC-MS) entwickelt, und die Hintergrundinterferenzeffekte in komplexen Matrizes am Explosionsort systematisch untersucht. Die Ergebnisse zeigten gute lineare Zusammenhänge für Tetrahydrothiophen (THT), Dimethylsulfid (DMS) und Ethanthiol (EM) (r²>0,99), Nachweisgrenzen von 0,05 bis 37,59 ng/g, Zuschlagsrückgewinnungen von 87,3 % bis 115 %, sowie inner- und tagesinterne relative Standardabweichungen (RSD, n=3) von 4,4 % bis 8,3 % bzw. 4,2 % bis 8,9 %. Mittels einer progressiven Zuschlagsmethode mit Masseverhältnis von 1 bis 200 wurde ein exponentielles Zerfallmodell erster Ordnung für die Signalantwort in Abhängigkeit von der Störstoffkonzentration (r²≥0,93) aufgebaut, das die Signalunterdrückung durch die Matrix beschreibt. Als dominanter Mechanismus der Signalunterdrückung erwies sich die kompetitive Adsorption an Beschichtungsstellen, wobei die Unterdrückungsintensität stark selektiv war: Naphthalin > Toluol > n-Pentadekan; die Maskierungsresistenz der Odoranten war: THT > DMS > EM. Hinsichtlich des Matrixeinflusses zeigte Baumwollfaser die beste Störfestigkeit, während Boden die stärkste Matrixunterdrückung aufwies. Vollsimulierte Explosionsexperimente bestätigten zudem, dass Boden und Schwamm dank ihrer mikroporösen Struktur THT auch 2 Stunden nach der Explosion nachweisen konnten. Die Studie quantifizierte erstmals die Resistenzgrenzwerte typischer Matrices und lieferte wissenschaftliche Grundlagen sowie Probenahmestrategieempfehlungen für die Untersuchung von Gasexplosionsfallereignissen und die Identifizierung von Tatortbeweisen.