Durch den Nachweis von HN-DNA-Addukten, die nach Exposition von Tieren gegenüber Stickstoff-Lost (HN) gebildet werden, wurde eine rückwirkende Bestätigungsanalyse der HN-Exposition durchgeführt. Sprague-Dawley (SD) Ratten im Alter von 6 Wochen und einem Gewicht von etwa 200 g wurden intraperitoneal mit Lösungen von Stickstoff-Lost 1 (HN1), Stickstoff-Lost 2 (HN2) und Stickstoff-Lost 3 (HN3) injiziert, um Toxinexpositionsmodelle zu erstellen. Dabei wurden HN-Expositionsgruppen (0,3 LD50, 0,5 LD50 und LD50-Gruppe) und eine Kontrollgruppe mit leerem Lösungsmittel eingerichtet. Mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie gekoppelt mit Tandem-Massenspektrometrie (HPLC-MS/MS) im Multi-Reaktions-Monitoring-Modus (MRM) wurde die Quantifizierung der Typen und Mengen von HN-DNA-Addukten im Urin der Ratten durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass 12 HN-DNA-Addukt-Standards im Bereich von 0,02~500 ng/mL eine gute Linearität aufwiesen, wobei die Nachweisgrenze (LOD) zwischen 0,01~0,02 ng/mL und die Quantifizierungsgrenze (LOQ) zwischen 0,02~0,05 ng/mL lag. Die relative Standardabweichung (RSD) innerhalb und zwischen Chargen lag unter 15%. 12 Stunden nach der Exposition wurden HN-AN3-, HN-GN7-, HN-GO6- und HN-Bis-GN7-Addukte im Urin der Ratten nachgewiesen, wobei die Konzentration in der Reihenfolge HN-GN7>HN-Bis-GN7>HN-AN3>HN-GO6 lag. Die Konzentrationen der vier Addukte korrelierten positiv mit der Expositionsdosis und nahmen mit der Zeit allmählich ab. Die Anwendung von HPLC-MS/MS zur Detektion von DNA-Addukten im Urin von Tieren nach HN-Exposition ermöglichte eine nicht-invasive Früherkennung, eine genaue Rückverfolgung und Schadensbewertung und kann als Grundlage zur Erforschung der DNA-Schadensreparaturprozesse und -mechanismen durch HN dienen.