Tumormarker sind bioaktive Substanzen, die von Tumorzellen oder dem Organismus als Reaktion auf das Vorhandensein eines Tumors abnormal produziert oder freigesetzt werden. Dazu gehören hauptsächlich Proteine, Nukleinsäuren, zirkulierende Tumorzellen, kleine extrazelluläre Vesikel, Metaboliten usw., die im Blut, in Körperflüssigkeiten oder Gewebe nachgewiesen werden können. Die Konzentration dieser Tumormarker ist niedrig, insbesondere in den frühen Stadien der Krebsentwicklung. Daher sind hochsensible und hochpräzise Nachweistechnologien von großer Bedeutung für das frühe Krebs-Screening, die Therapiemonitoring, die Prognosebewertung, die Rezidivwarnung und die Präzisionsmedizin. RNA-schneidende DNAzyme sind bifunktionale Nukleasen mit molekularer Erkennung und katalytischer Schneideaktivität. Diese einzigartige Eigenschaft verleiht ihnen ein bemerkenswertes Anwendungspotenzial bei der präzisen Detektion von Tumormarkern in Spur- oder Ultraspurmengen. Dieser Artikel gibt einen systematischen Überblick über das Wirkprinzip von RNA-schneidenden DNAzymen, mit Schwerpunkt auf Anwendungen und den neuesten Fortschritten in der Tumormarker-Detektion. Darauf aufbauend wird der Forschungsstand zur synchronen Detektion multipler Tumormarker mit RNA-schneidenden DNAzymen dargestellt, insbesondere bei Anwendungen in Mikrofluidik-Chips, Mikroarray-Chips und Schnelltests (POCT). Abschließend werden zukünftige Forschungsrichtungen und Anwendungsperspektiven dieses Enzyms zusammengefasst und erörtert.